Beiträge vom Juni, 2007

ein Gramm Internet, bitt’schön

Montag, 11. Juni 2007 22:03

Offensichtlich ist unser so hochgelobtes weltweites Netz leichter als wird alle glauben. Laut mehreren Studien wiegt unser transglobaler Datenverkehr weniger als das Salz welches wir auf unser Frühstücksei streuen; bedeutend weniger. Ob das nun heißen soll dass es weniger wichtig oder Wert ist bleibt natürlich jedem selbst überlassen, es wurde jedenfalls gewogen und für zu leicht befunden. Aber lest selbst:

Die unerträgliche Leichtigkeit des Netzes

Wohl kaum ein Medium ist demokratischer: Weltweit kann jeder jedem seine Meinung zur Weltwirtschaft oder Paris Hilton mitteilen, oder das abseitigste Informationsfitzelchen entdecken. Doch welches Gewicht haben all diese Daten, Fakten und Meinungen wirklich? Die britische Zeitung “The Guardian” hat dazu die Meinung verschiedener Wissenschaftler zusammengetragen. Je nach Ansatz kamen dabei sehr unterschiedliche Ergebnisse heraus. In einem waren sich die Experten jedoch einig: Sonderlich viel ist es nicht.

Viel Leistung, wenig Bewegung

Wenn man der Theorie von Russel Sietz folgt und annimmt, dass es 75 bis 100 Millionen Server mit jeweils zwischen 350 und 550 Watt Leistung gibt, bewegen diese alle Informationen mit gerade mal 50 Gramm an Elektronen – und das weltweit zusammengenommen. Bedenkt man, dass immer mehr Datenverkehr über Glasfaserleitungen abgewickelt wird und die darin rumsausenden Photonen praktisch masselos sind, fällt die Bilanz noch deprimierender aus. Immerhin: Um die Server am Laufen zu halten, werden 40 Gigawatt an Leistung benötigt, etwa doppelt so viel wie alle deutschen Atomkraftwerke zusammen liefern.

In der Ruhe liegt auch keine Kraft

Noch trauriger sieht es aus, wenn man den Experten des “Discover”-Wissenschaftsmagazins folgt: Sie haben die Menge der Elektronen geschätzt, die zur Informationsspeicherung benötigt wird. Geht man von 45 Petabytes (50.665.495.807.918.080 Bytes) an Daten im Netz aus und nimmt man an, dass zur Speicherung eines Bits etwa 40.000 Elektronen benötigt werden, so wäre die Masse dieser gigantischen Informationsmenge nicht mal 0,000000002 Gramm – und da sind noch nicht einmal Spam, Pornos und immer wieder weitergeleitete alter Witze abgezogen.

So gesehen können sie uns vielleicht auch den einen oder anderen Fehler nachsehen, der – so sehr wir uns bemühen – passieren mag. Denn wirklich ins Gewicht fallen tut er offenbar nicht. Dieser Beitrag tut es zum Beispiel mit etwa 0,000000000000000000000000015 g.

Quelle: tagesschau.de

Thema: Blog-Zeug | Kommentare (1) | Autor: Jan