Beitrags-Archiv für die Kategory 'Retterei'

mein Wasserzähler spricht mit mir

Freitag, 5. Dezember 2008 13:42

Lang ists her, dass ich hier geschrieben habe. Warum? Keine Ahnung. Themen gabs genug aber es fehlte einfach die richtige Stimmung, der Anstoß, das “Verlagen”. Aber dann Begann ein Einrichtungsgegenstand in meiner Wohnung mit mir zu sprechen. Vorgestern wars, und mir war klar: das muss ich hier kundtun.

Gegenstand der mit mir spricht: mein Kaltwasserwähler

Inhalt der Botschaft: Irgendwas mit Rettungsdienst… was genau hoffe ich noch rauszubekommen.

Wie?:

Kaltwasserzähler

Thema: Retterei, privates | Kommentare (3) | Autor: Jan

30°C und dann Schleudern

Montag, 21. Juli 2008 23:26

Eine Rettungswache ist ein seltsamer Ort. So spielten sich auch diesen Sonntag morgen auf einer nordbayerischen Wache interessante Szenen ab. In einem solchen Haus, in dem die Einsatzkräfte auf den nächsten Notfall warten, schlafen, essen, die eigene Ausrüstung warten und sonst irgendwie ihre Zeit verbringen und jede Minute bereit zum Ausrücken sind und nicht wissen was auf sie zukommt, kommen sie seltsamsten Dinge vor. Was hier genau passiert, über das darf jeder selbst spekulieren:

Thema: Retterei | Kommentare (0) | Autor: Jan

hb, seg, elw und lws-aua

Sonntag, 6. April 2008 13:15

Ein paar ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Begonnen hat das alles mit einem Nachtdienst am Dienstag. Ein recht ruhiger und angenehmer Dienst mit nem netten Kollegen. Auf der Heimfahrt am frühen Morgen erblickte ich sie dann, die Schilder am Ortseingang: “Heute Blutspende”. Der Gedanke gefiel mir. Ich wollte schon lange Blutspenden gehen und hatte immer terminliche Schwierigkeiten oder schlichtweg absolut keinen Nerv dafür.

Also erstmal ins Bett und schlafen. Dieser Schlaf nach der Nachtschicht ist der erholsamste und komatöseste den ich kenne. Der Tag ging vorbei und ich ging gegen 1915 aus dem Haus Richtung “Pfarrzentrum”. Vielleicht ist für viele das nun folgende Blutspende-Prozedere absolut klar. Es ist auch eher unspektakulär aber die Stimmung ist angenehm. Zettel ausfüllen, Arztgespräch, Blut-Kurzuntersuchung, ein mittelkleiner “pieks”, 500ml Blut spenden, und dann das gemeinschaftliche Essen und Trinken. Man trifft Nachbarn und bekannte aus dem Ort, quatscht, ratscht und lästert und dann geht’s nach 1,25h wieder heimwärts.

Nur 2 Besonderheiten möchte ich herausheben: a) bei der Schnelluntersuchung meines Bluts wurde mit Hämoglobin-Wert (kurz: Hb) bestimmt. Stolze 22,5 brachte ich da auf die “Waage” und bin somit momentan führend im Wettkampf mit der Kristina zum Thema “höherer Hb beim Blutspenden”. b) Die fehlenden 500ml kompensierte mein Körper absolut reaktionslos und ich verspürte ein so großes Wohlbefinden wie schon lange nicht mehr. Ich würde fast sagen ich “freue mich” auf den nächsten Termin in 56 Tagen.

Am nächsten Morgen klingelte mein Telefon eine Minute vor dem Wecker. Ein Kollege des BRK fragte mich nach meinem “Status” und ob ich Zeit hätte nen Rettungswagen (RTW) für die Schnelleinsatzgruppe (SEG) zu besetzen. Im Landkreis gäbe es einen Einsatz mit dem Stichwort “Chlorgasaustritt” und man wüsste nicht wie lange die Aktion dauern würde. Somit wird dann immer ein SEG-RTW alarmiert um den öffentlichen Rettungsdienst zu entlasten. Bei solchen Einsätzen ist keine unglaubliche Eile gefordert, es sind ja bereits Einsatzkräfte vor Ort. Ich duschte also (2 min), zog meine Dienstkleidung an (2 min) und setzte mich ins Auto. Nach 21 Minuten Fahrt zur Dienststelle traf ich den Kollegen und klärte mit ihm alle Einsatzdaten ab. Dann kurzer Fahrzeugcheck bis der Beifahrer auch eintraf und hin zum Ort des Geschehens. Hier war ein großes Feuerwehreinsatz mit Personal in Chemieschutzanzügen (CSA) und allem drum und dran schon seit fast 2 Stunden in vollem Gang. Wir meldeten uns beim dortigen Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD) und erlösten so die Kollegen des öffentlichen Rettungsdienstes von der Warterei. Wir standen dort dann gute 4,5h zur Absicherung der Einsatzkräfte. Immer wieder berieten wir Zivilpersonen oder Einsatzkräfte was sie gegen ein “Kratzen im Hals” tun könnten, diese Gespräche waren aber alle eher präventiv und so blieben wir Patienten- und somit auch irgendwie Arbeitslos. Alles in allem war für uns als “Sanitätspersonal” alles recht ruhig und die Einsatzkräfte konnten somit “quatschen und Kaffee trinken”; dies kann aber (so die Meinung aller) auch ganz anders und mit sehr viel Aktion und Gefahrenpotential ausgehen. So gesehen waren alle zwar ein wenig durchgefroren aber ganz froh und entspannt.

Bedingt durch die dortige rumsteherei und das am nächsten Tag angesetzte PC-Einbauen in einen Einsatzleitwagen (ELW) der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) hatte ich am Freitag Abend wirklich ausgeprägte Rückenschmerzen im LendenWirbelSäulen-Bereich (LWS). Der PC-Einbau war erfolgreich und das Ergebnis ist wirklich “sehenswert”, dennoch muss ich mit seitdem immer ne Wärmflasche in Schaf-Form um den Rücken binden, in der Hoffnung es würde dadurch besser.

Das war also eine kleine Auswahl von Tätigkeiten, die eine Ferienwoche erfolgreich und ausfüllend einnehmen können. Ich habe, weil immer wieder Leute kritisieren ich würde eine Verliebtheit zu Abkürzungen an den Tag legen (nennt man das dann Abbreviaphilie?!)) , in diesem Beitrag extra alles Ausgeschrieben und mit Informationen hinterlegt. :)

Thema: Retterei, privates | Kommentare (2) | Autor: Jan

DIN ISO 9000:2005

Samstag, 6. Januar 2007 21:05

Hää? Was´n das?

Keine Angst, es handelt sich hier nur um sowas banales wie Qualität! Eigentlich ein wertfreier Begriff, wird die “Qualität” aber fast nur mit etwas positivem assoziiert. Und tatsächlich, die Norm, die sich damit befasst, hat genau das zum Ziel. Etwas positiver gestalten. Sehr häufig, wie vielleicht der ein oder andere Leser selbst in seinem Berufsleben erfahren hat, angewendet auf Betriebe, Einrichtungen, Institutionen. Und so, wenn Gott will (eigentlich will es eher unsere Führungriege), auch bei uns im Rettungsdienst vom BRK.

Und dann? Dann wird alles besser? Wirklich? Was ist eigentlich gemeint, wenn zukünftig nach dem Qualitätshandbuch gearbeitet wird? Bei unserem Job kommt es hauptsächlich darauf an, hilfsbedürftige, kranke oder verunfallte Menschen zu helfen. Steht hierüber etwas in diesem Qualitätsschinken drin? Ihr dürft mal raten! Über 50% des Papiers stellen verwendete Formulare dar. Zig Formulare. Viele erst entstanden durch die geplante Einführung von Qualität. Verzweifelt sucht man danach, wie mit dem eingeklemmten Autofahrer umzugehen ist oder wie Reanimiert werden soll.

Sollte es nicht Sinn von Qualität im Rettungsdienst sein, dem Patienten besser zu versorgen? Aber genau das wird hier sträflich vernachlässigt. Wer das Problem mit den sog. “umgeschriebenen” Rettungsassistenten kennt, weiß, wovon ich spreche. Offensichtlich hat jeder eine andere Auffassung von Qualität. Meiner entspricht dieser Norm nicht.

Man sollte Patienten wirklich mal nach der Einführung von Qualtät bei uns im Rettungsdienst fragen, ob sie ihre Behandlung nun qualitätiv besser empfinden. Der Rettungsdienstler eher nicht, ist doch mit DIN ISO 9000:2005 nur eine Flut von Zettelchen gekommen, die fleißig beschrieben sein wollen.

Da fällt mir das Zitat von Felix Magath ein: “Qualität kommt von Qual”.

In diesem Sinnen ein schönes Wochenende und alles Gute für 2007

Euer jr

Thema: Retterei | Kommentare (1) | Autor: jr

…schlaf, Kindlein schlaf!

Montag, 25. Dezember 2006 12:02

Habt ihr je versucht euer Schlafverhalten zu analysieren? Mir kommt immer wieder der gedanke, dass man da völlig verwirrt ist, so im Schlaf bzw halb-Schlaf.

Zu Vorgeschichte ist zu sagen, dass ich recht spät ins Bett gegangen bin und echt schlecht geschlafen habe. Am nächsten Morgen bin ich gegen 6 aufgestanden und hatte den Tag über bissl Dienst fürs BRK. Am Abend dann die üblichen Weihnachtsfeierlichkeiten und ein super-gutes Essen. Gegen um 2200 (ich war da schon 16 Stunden wach) stellte sich doch eine gewisse Müdigkeit ein. Ich ging mit meinen Eltern noch für so 20 Minuten “spazieren” (irgendwie traditionell am 24.12 bei uns); danach noch bissl gemütlich quatschen im warmen Wohnzimmer und dann gegen um 2330 ab ins Bettchen.

Ich fühlte mich schon recht erschöpft. Gegen 0103 klingelte mein Handy mit einer SMS die ich wohl gelesen habe (keine Erinnerung) und offensichtlich fiel ich sofort wieder in einen komatösen Schlaf, denn gegen 0105 klingelte der SEG-Melder für meinen Bereich zu dem Brandeinsatz. Diesen scheine ich tatsächlich weggedrückt zu haben (und dazu muss man auf nen recht kleinen Knopf drücken, 2mal. Nicht einfach nur draufhauen wie beim Wecker). Ich habe KEINERLEI Erinnerung daran.

Mein Bild der Nacht sieht so aus: 2330 ins Bett, 0950 aufgestanden. Alles gut.

Dann las ich ne SMS einer Kollegin ob ich beim SEG-Einsatz bin/war. Ich kramte in meinem Hinterkopf und wusste absolut NICHTS. Ich erzählte das meiner Mama und sie sagte “jaja beim Einschlafen war da so ein lauter Ton, der war aber dann gleich wieder weg”. Meine Zimmertüre war offen also war wohl die ganze Family wach, ausser mir *g*

Am Morgen dann als ich ne SMS schreiben wollte klickte ich mich im mobilen Telefon durch den “Posteingang” und las dort eine SMS von gestern Nacht 0103. Ich erinnerte mich SEHR dunkel an den Inhalt; aber nur “jetzt wo ich ihn lese”.
Es scheint sich zu bestätigen, dass wohl nen SEG Einsatz war. Auch auf dem Melder steht unter letzte Alarmierung: SEG; und es ist auch Fakt, dass ich ne SMS bekommen und gelesen habe. Ich mache mir in so Situationen schon meine Gedanken, schließlich war ich wohl doch in ner recht tiefen Narkose :-)

Geht euch das auch manchmal so? Ich finde sowas schon erschreckend. Schließlich war das eindeutig nur die Müdigkeit, die mich da so verwirrt machte. Ich hatte nur Bionade getrunken, den ganze Abend. Offensichtlich schützt uns unser Körper vor großen “nicht-Schaf-Phasen”, denn man kann nicht behaupten ich wollte nicht zur SEG gehem, mitten in der Nacht . Ich beschwere mich etwa seit 8 Monaten dass es keine SEG-Einsätze in meinem Bereich gab und ärgere mich auch, dass ichs nun “verpennt” habe.

Alles sehr sehr ärgerlich, obwohl ich an alles KEINERLEI Erinnerungen habe. Alles was ich nun rausgefunden habe ist, dass es wohl so gelaufen sein muss, ohne dass ich es mitbekemmen habe. Ich wünsche ich dennoch ein ruhiges Weinachten…

Thema: Retterei, privates | Kommentare (5) | Autor: Jan

Genervt bin…….

Samstag, 11. November 2006 22:21

Tja, was soll ich sagen, hab mich grad bei den Kollegen/Freunden ausgeko… weil ich in den letzten Tagen von so manchem Kollegen ziemlich genervt war. Man muss wissen, das bei uns im Dienstplan nur die jeweilige Schicht steht, und nicht welche Funktion der/diejenige an diesem Tag auf dem Fahrzeug hat. Also Fahrer oder Beifahrer. Und man muss noch wissen, das einige Kollegen als RA bezahlt werden und andere als RS. Diejenigen die als RS bezahlt werden müssen mind. 20 schichten als Beifahrer auf dem RTW fahren, dann bekommen sie die Differenz zwischen RA und RS Gehalt nachgezahlt, für einen Monat. Die RSler werden also leistungsbezogen bezahlt, fahren sie KTW werden sie als RS bezahlt, fahren sie RTW werden sie als RA bezahlt (immer auf den Beifahrer bezogen). Bei den RAlern is des net so, sie bekommen das größere Gehalt auch wenn sie KTW fahren.

So, mit fast allen Kollegen is des kann Problem, außer mit gewissen, die jetzt bald wieder Saison haben :-) Mit demjenigen muss mer um 21.45 Uhr oder um 5.45 Uhr diskutieren, wer denn jetzt der Beifahrer und wer der Fahrer des RTW sein darf. Ich find, jeder sollte das machen wofür er bezahlt wird. Also ich fahren und er beifahren. Aber das sieht der Kollege leider anders. Er meint, er sollte lieber fahren da er ja eh immer Beifahrer sein muss. Das seh ich anders. Denn ich, die eigentlich als RS eingestellt ist, habe in diesem Jahr schon knappe 60 schichten als Beifahrer absolviert. Was kein Problem für mich ist, bzw ich finde das gut; aber ich habe keine Lust die Sucht, einiger Kollegen nach Blaulichtfahrten zu unterstützen. Nichts anderes ist es nämich meiner Meinung nach.  Und ich finde die Argumente des Kollegen sehr zweifelhaft, wenn er dann argumentiert das ich jetzt leider Pech gehabt habe und er entschieden hat das er fährt. Traurig, sehr traurig. Gutmütig wie ich bin hab ich es einfach laufen lassen. In der nächsten gemeinsamen Schicht bin dann ich gefahren. Ich habe früh auch einfach die Tachoscheibe genommen und habe meinen Namen reingeschrieben. Aber vor der dritten gemeinsamen Schicht innerhalb einer Woche gab es dann wieder große Diskussionen die damit endeten das ich gesagt bekommen habe in den folgenden Schichten wird er fahren. Basta. Traurig, sehr traurig. Im Moment macht das arbeitn nicht wirklich viel Spaß außer an manchen besonderen Tagen, die aber viel zu selten sind.

Eure Schwester K.

Thema: Retterei | Kommentare (3) | Autor: Kristina

tatü tata

Mittwoch, 8. November 2006 10:36

blaulicht

Frage: Was macht man, wenn man als Autofahrer an einer roten Ampel wartet und sich von hinten ein Fahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn nähert?

Antwort: Unverzüglich freie Bahn schaffen. So zumindest lehrt es uns der Paragraph 38 der Straßen-Verkehrsordnung. Das kann heißen, dass der Autofahrer zur Seite fährt und eine Rettungsgasse ermöglicht oder aber auch bei rot in die Ampelkreuzung einfährt, um so dem herannahenden Blaulicht-Auto Platz zu machen. Dies sollte eigentlich auch jedem Verkehrsteilnehmer bekannt sein. So dachte ich bisher.

Nun geschah es aber am vergangen Samstag, dass ich wieder einmal Dienst auf einem Rettungswagen hatte. Gerufen zum einem Einsatz, der von uns forderte, mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn zu fahren, kamen wir an eine ampelgeregelte, mehrspurige Kreuzung, an der bereits einige Fahrzeuge bei Rot warteten. Die hintersten Fahrzeuge gewährten uns Platz, indem sie zur Seite fuhren. Die Beiden vordersten aber blieben stehen und blieben stehen und blieben stehen.

Das ganze sah ich mir ca. 30 Sekunden mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn an. Dann sah ich mich zu etwas veranlasst, was ich bisher mit meiner mehrjährigen Berufserfahrung so noch nie machen musste: Ich stieg aus (!), ging nach vorne zu den Fahrzeugen und forderte diese auf, sofort, aber sowas von sofort, Platz zum machen. Dass dies nicht gerade freundlich geschah, versteht sich fast von selbst. Daraufhin fuhren die Autos in die rote Ampelkreuzung und wir konnten passieren.

Es kommt immer wieder mal vor, dass der Autofahrer zunächst überlegt, was er in solch einem Fall tun soll, bis er sich entscheidet, doch in die rote Kreuzung einzufahren. Aber konsequent stehen zu bleiben, war bisher noch nicht vorgekommen.

Gottes Tiergarten scheint halt doch recht groß zu sein und ich habe mich an diesem Samstag offenbar mittendrin befunden.

Es grüßt Euch

jr

Thema: Retterei | Kommentare (4) | Autor: jr

Rot macht laut

Dienstag, 17. Oktober 2006 13:43

Warum unsere Rettungswagen zukünfig rot werden müssen:

Eigentlich habe ich eine zutiefst große Abneigung, wenn es um Feuerwehr im Rettungsdienst geht. Aber was in einer Studie der TU München sagenhaftes vorgestellt wurde, lässt uns quasi keine andere Wahl, als unsere Rettungswagen zukünftig rot zu bestellen.

Die Studie besagt, dass bei unverändert technischen Voraussetzungen (z. B. ein Zug) mit roter Wagenfarbe lauter beim Betrachter erscheint, als wenn das gleiche Objekt in grün lackiert wurde! Und immerhin soll das 25%(!) ausmachen.

Und warum unsere Rettungswagen zukünftig so bleiben können, wie sie sind:

Denn die Objekte werden dadurch nicht lauter, wir empfinden das nur so. Ausserdem funktioniert das Ganze nur bei direkter Betrachtung. Das ist bei uns aber selten der Fall. Das Signalhorn ist ja eigentlich da, um zu einem Zeitpunkt auf uns aufmerksam zu machen, zu dem wir noch nicht in Sichtkontakt stehen.

Und wo ist der Nutzen für den Alltag?

Nun, wenn der Chef wieder mal rumschreit, am besten einfach ne Brille mit grünem Farbfilter aufsetzen. Dadurch wird der gleich mal 25% leiser. Das ist doch was!

Schöne Grüsse

jr

Thema: Retterei | Kommentare (3) | Autor: jr

Die Suche scheint beendet

Sonntag, 17. September 2006 17:54

Sollte unsere Suche wirklich beendet sein? Ein Phänomen, dass sich bis zum heutigen Tage annähernd 3 Jahre hingezogen hat, scheint beendet. Dabei bin ich mir noch nicht mal sicher, ob die Sache schon offiziell ist. Egal, wenn ich so höre, wer davon alles erzählt, dann muss es wohl beschlossen sein.

Wovon ich rede? Von dem neuen Standort für unsrere Rettungswache. Was waren da nicht alles für Vorschläge bisher im Spiel. Zahlreiche Grundstücke wurden begutachtet, viele als potenziell geeignet, so geeignet, dass es schon mehrfach als sicher galt, ein passendes Grundstück gefunden zu haben. Doch dann kam immer alles anders. Entweder zu teuer oder im Bebauungsplan nicht realisierbar oder von anderen Interressenten überboten. Teilweise wurden schon Architektenpläne präsentiert. Bei manchen Grundstücken bin ich sogar froh, dass es so gekommen ist. Gerade für eine Rettungswache ist in der Konkurrenz zu den Mitbewerbern die Standortfrage nicht unerheblich.

Gelegen an der Niederwerrner Str., also Bundesstraße (hier: 2-streifig, 4-spurig). Ein Problem mit der Aussfahrt! Unmittelbar daneben ein Bauernhof. Da können einige von uns dann in ihrer einsatzfreien Zeit mal “Urlaub auf dem Bauernhof” machen. Wäre für manche eh die bessere Berufswahl gewesen ;) . Ausserdem in “Sichtweite” zum ASB.

Die nächsten Monate werden wohl zeigen, ob wir vom BRK nun ein neues Domizil gefunden habe. Zu wüschen wäre es uns, platzt doch das alte aus allen Nähten.

Und hier das Objekt der Begierde:


Viel Spaß beim suchen :)
jr

Thema: Retterei | Kommentare (2) | Autor: jr

Die Unfähigkeit mancher Erziehungsberechtigter

Montag, 4. September 2006 22:31

Der Fall:

Es ist Kirchweih in einer Randgemeinde meiner Stadt. Die Uhr zeigt bereits nach 2.30. Ein Notruf geht bei der Rettungsleitstelle ein. Der ganaue Inhalt des Notrufs ist mir nicht bekannt, nur soviel: Die Rettungsleitstelle entsendet einen Rettungswagen ohne Sonderrechte zum Einsatzort zu einer Person mit vermuteter Alkoholvergiftung.

Vor Ort:

Das Haus einer gut situierten Familie. Es drängen sich mehrere Jugendliche im Hof des Grundstücks, alle unter 18 Jahre, alle alkohlisiert. Die Mutter eines Jugendlichen empfängt uns und teilt uns mit, dass ihr 17jähriger Sohn von seinen Kollegen von der Kirchweih nach Hause gebracht wurde, stark alkoholisiert. Er läge nun im Partyraum im 1. Stock eines Anbaus und rege sich nicht mehr. Dies tat sie in recht gefasster Stimme. Auch sonst schien sie nicht recht aufgebracht wegen des Alkoholexzesses ihres Sohnes zu sein. Erst auf energiescher Nachfrage erzählten die Kumpels des Patienten, dass er wohl 2 Flaschen Wein, diverse Schnäpse und auch Bier getrunken habe. Die Mutter meinte, dass es nun lange. Es sei in diesen Monat schon das dritte Mal gewesen und als Lektion sollen wir ihren Sohn doch mal ins Krankenhaus mitnehmen.

Im Partyraum angekommen, lag der Patient zur Seite gedreht. Als wir ihn Ansprechen, regt er sich kurz und erbricht ein wenig. Er war kreislaufstabil und der BZ war auch OK. Nicht weil die Mutter es als Lektion wollte, sondern aufgrund der erheblichen Alkoholmenge nahmen wir den Jugendlichen ins Krankenhaus mit. Da er selbst nicht mehr laufen konnte, mussten wir den Patienten mittels Tragstuhl zum RTW bringen. Kurz vor dem Einsteigen in den RTW wachte der Jugendliche auf und wollte in sein eigenes Bett. Er weigerte sich wehement mit in den RTW zu kommen. Letzendlich gelang es uns doch, ihn für den Transport ins Krankenhaus zu überzeugen.

Wer im Rettungsdienst tätig ist, wird wissen, dass solche Einsätze keine Seltenheit sind. Nur frage ich mich, ob ich für soetwas meinen Beruf erlernt habe? Sind wir dafür da, die Auswirkungen dieser Freizeitexzesse (übrigens nicht nur von Jugendlichen) zu behandeln? Den vollgekotzten RTW nach dem Einsatz wieder zu reinigen? Diese ganggeschädigten Personen sänftenhaft zum RTW zu tragen? Sich anpöbeln zu lassen? Mehrmals in einer Schicht?
Sind wir dafür da? Ich denke nicht! Gleichwohl weiß ich, dass solche Einsätze zu unserem Aufgabenspektrum gehören. Aber vielmehr will ich Menschen helfen, die unverschuldet in medizinischen Notsituationen geraten sind.

Und vergessen wir nicht: Solche Einsätze, wie oben beschrieben, werden finanziell durch die Allgemeinheit getragen.

Zurück zum Fall: Die Mutter begleitete ihren Sohn ins Krankenhaus. Ich wunderte mich noch, als mein Fahrer sich plötzlich mit der Frau duzte. Später nachgefragt, erklärte er mir, dass er sie kenne. Er habe vor kurzem ein Referat vor Eltern gehalten. Das Thema: Alkoholsucht bei Jugendlichen.

jr

Thema: Retterei | Kommentare (0) | Autor: jr