Donnerstag war ich faul
Jan @ Dienstag, 10. August 2010 18:15
Am Mittwoch Abend kam die mich beratende Schlaf-und-Entspannungsfachkraft (im folgenden Anästhesist genannt) zum Gespräch. Die Phase meiner Tiefenentspannung wurde für Donnerstag Vormittag gegen halb10 terminiert. Der Animateur (im fogenden Operateur oder HNO-Doc genannt) stellte sich auch nochmals Mittwoch vor und sagte wir sehen uns dann morgen. Viel gesehen habe ich von ihm aber nicht mehr, da gab ich mich schon voll der Entspannung hin.
Wieso war ich so faul? Im Wesentlichen durfte ich mich so sehr entspannen, dass mit sogar das Atmen abgenommen wurde. Ein netter Cocktail aus Fentanyl (0,1mg), Propofol (200mg) und Esmeron (keine Ahnung wieviel da schlief ich schon) zum Einstieg sorgten für Tiefenentspannung. Wies weiter ging weiß ich nicht, in mir machte sich da nur ein großes “zZzzz” breit. Meinen allerliebster und von mir gewünschter Helfer-der-Entspannungsfachkraft (im folgenden Anästhesiepfelger oder Beutel-und-Tubus-Zureicher genannt) konnte ich dazu bewegen mich zu bewachen während ich so vor mich hin schlief.
Nach einer für mich nicht abschätzbaren Zeit wurde ich im Aufwachraum wach und konnte mir immer wieder den Wirbel dort angucken. Aber ich schaffte es nie länger als 60 Sekunden die Augen offen zu halten. Immer wieder holte mich die Entspannung ein und ich schlummerte wieder weg. Im nachhinein wurde mir von besagtem Anästhesiepfleger erzäht ich hätte voll kooperiert und war absolut zahm und brav. (Zitat: „*schüttel* Mund weit auf und schön tief schnaufen“ – gesagt getan – zack: Extubation)
Den restlichen Tag verbrachte ich mit dem kümmerlichen Versuch SMS zu schreiben oder die mir am Morgen gebrachte Zeitung zu lesen. Chancenlos. Immer wieder saß mir die Tiefenentspannung so im Nacken dass ich ihr nachgab und mich ins Reich der Träume flüchtete.
Erst am Abend gegen 21 Uhr gelang es mir die Zeitung zu lesen oder mal länger als 5 Minuten aufmerksam zu sein. Wer am Tag so viel schläft der kann sich Nachts logischerweise nicht ruhig halten und so wachte ich immer wieder auf. Aber das sollte sich im Verlauf geben, da gehe ich ja wieder dem normalen Tagesrythmus (incl. eigenem Atemantieb) nach.
Auch auf diesem Weg meinem lieblings-Anästhespiepfleger VIELEN VIELEN DANK für die herzliche Umsorgung und den zuvorkommenden Service. Man hat doch eine ganz anderen Bindung zu einander wenn man den anderen mal Beatmet hat oder?
Selbstverständlich auch dem Operateur und Anästhesisten meinen Dank… im Moment scheint alles ganz gut gelaufen zu sein und ich bin hoffnungsfroh dass das alles wieder gut wird. Sogar besser als zuvor.
-->Donnertag war ich nach langer Zeit mal wieder so richtig faul. Wenn man es recht betrachtet war ich noch nie in meinem Leben so faul wie gestern. Wie das alles kam? Seinen Anfang hat die Geschichte meines Faulenzens ...den ganzen Beitrag lesen »
Thema: privates | Kommentare (0)
